Manchester – Immer einen Schritt voraus
Eine Stadt der Sozialreformer, liberalen Denker und Visionäre, wo prächtige viktorianische Architektur auf hoch aufragende, elegante Bauwerke aus dem 21. Jahrhundert trifft. Wo neben dem großen Reichtum, der mit dem industriellen Erfolg einherging, auch die soziale Verantwortung und die Kunstförderung stetig an Bedeutung gewannen und zur Entstehung des Kulturerbes führten, das wir heute genießen. Und selbst wenn im heutigen Manchester Fußball und Mode eine größere Rolle spielen als Baumwolle und Kanäle, lebt ebendieser Geist immer noch fort.
„Es hat immer Ideen gegeben, für die es sich zu kämpfen lohnt“ (People's History Museum).
Neben den prächtigen, glänzenden Gerätschaften und Textilmaschinen des Museum of Science and Industry (MOSI) finden sich hier auch die Geschichten der Einwohner von Manchester, welche – jeder auf seine Art – die Welt veränderten. Große Wissenschaftler und Ingenieure – Erfinder, denen nichts unmöglich erschien und die Dinge wie Fabrikproduktion, Computertechnologie, schnelleren Transport und medizinische Wunder möglich machten. Und wie um zu beweisen, dass in Manchester nach oben keine Grenzen gesetzt sind, bietet das Museum Besuchern die Möglichkeit, sich auf den Bahnsteig der ersten Passagiereisenbahn der Welt zu stellen und zum Beetham Tower hinauf zu blicken – dem höchsten Wohngebäude Europas, das gleichzeitig ein eindrucksvolles Symbol für den Innovationsgeist der Stadt ist, deren Universität eine eindrucksvolle Reihe von Nobelpreisträgern hervorbrachte.
Unweit des MOSI kann man im People's History Museum wunderschöne Banner der Gewerkschaften und anderen Gesellschaften Manchesters bestaunen, jedes davon ein Kunstwerk für sich; außerdem finden sich hier Kampagnenplakate, satirische politische Plakate und Karikaturen. All die facettenreichen Geschichten – vom Peterloo-Massaker über das Frauenstimmrecht und den Sozialstaat bis hin zu Schwulenrechten, Anti-Atom- und Antikriegskampagnen – werden hier auf anschauliche Art und Weise erzählt.
Zwischen den beiden Museen erhebt sich die prächtige John Rylands Bibliothek im Herzen von Spinningfields, dem Neubauviertel von Manchester – elegant, wohlhabend, geschäftig. Besuchen Sie das Royal Exchange Theatre – zur Zeit seiner Neuerrichtung im Jahr 1874 der größte Raum der Welt – und stellen Sie sich den Lärm vor, der 1921 hier herrschte, als die Börse von Manchester beinahe die Hälfte der weltweiten Baumwollproduktion kontrollierte.
Die Eröffnung des Manchester-Schiffskanals mag die Krönung des Fortschritts von Manchester gewesen sein – und um zu verstehen, wie wichtig diese Wasserstraße tatsächlich war, können Sie auf dem Schiffskanal bis zum Pier Head in Liverpool fahren –, aber es war das bereits zuvor entstandene Kanalnetz, das hierfür den Grundstein legte. Auch heute noch sind Manchester und die umliegenden Ortschaften von Kanälen durchzogen, die eine hervorragende Be
sichtigungsroute durch die Stadt bieten – ganz egal, ob Sie auf dem Wasser, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. Erkunden Sie das Kanalsystem bei einer Fahrt auf einem Kanalboot, die am Portland Basin Museum an der Kreuzung des Ashton Canal und des Peak Forest Canal beginnt. Weitere Eindrücke der industriellen Revolution erwarten Sie im Salford Museum und im Bolton Museum. „Hat Works“ erzählt von der faszinierenden Rolle, die die Stadt Stockport in der Textilindustrie spielte – und erklärt, warum der lokale Fußballverein unter dem Namen „Hatters“ bekannt ist. Eine Fahrt auf dem Dampfzug der East Lancashire Railway führt Sie von der Stadt Bury aus direkt ins Herz der Textilgeschichte von Lancashire, die für den Reichtum Manchesters von größter Bedeutung war.
Der Nordwesten
Die Macht und die Schönheit
Englands Nordwesten – eine überwältigende, bunte und wunderschöne Mischung aus dem Erfinder- und Unternehmergeist des 18. Jahrhunderts und der Philanthropie und des liberalen Nonkonformismus des 19. Jahrhunderts. Entdecken Sie die Geschichten, Charaktere und Monumente dieser faszinierenden Periode der britischen Geschichte und Sie werden feststellen, dass alle von ihnen innerhalb der gesamten Region untrennbar miteinander verbunden sind. Die Kanäle, Eisenbahnen, Fabriken, Museen, Städte und Dörfer sind Teil einer faszinierenden Geschichte industrieller Entwicklung und dauerhaften kulturellen Reichtums.
„Das Leben hat mehr Freuden zu bieten als den täglichen Gang zur Arbeit.“ Lord Leverhulme, Gründer des Modelldorfs Port Sunlight.
Dem schließen wir uns an! Denn während London auf dem Reichtum des Landadels und der Aristokratie erbaut wurde, sind die Grundpfeiler des Nordwestens von England Erfindergeist, Unternehmertum und Philanthropie. Die großartige Architektur und die Kulturschätze, die wir heute genießen, entstammen einem industriellen Reichtum, der für das öffentliche Wohl des Volkes eingesetzt wurde – und zweifellos verleiht genau dieser Umstand der Region ihre Schönheit.
Bei der Erkundung ihrer großartigen Städte, Landschaften und kulturellen Sehenswürdigkeiten werden Sie bald feststellen, dass die weitverzweigten Stammbäume der Industriellenfamilien alle direkt miteinander verbunden sind – vereint durch Kanäle, Baumwolle und menschenfreundliche Taten. Das Harris Museum in Preston existiert aufgrund des Glaubens eines Mannes an freie Bibliotheken und Bildung für alle. Das Dorf Port Sunlight und die Lady Lever Art Gallery erinnern an einen Mann, dessen Engagement darin bestand, seinen Arbeitern ein gutes Leben zu ermöglichen. Blackwell im Lake District wurde mit dem Reichtum eines Geschäftsmannes aus Manchester realisiert, der an die Tugend und Schönheit der Kunstgewerbebewegung glaubte. Die Schätze in der Manchester Art Gallery und im Royal Exchange Theatre entstammen allesamt dem florierenden Textilhandel der Stadt.
Revolutionäre Entwicklungen wie der Manchester-Schiffskanal vereinten die gesamte Region und deren Einwohner, welche von den Möglichkeiten und Verheißungen eines Schiffswegs in das vom Land umschlossene Manchester begeistert waren, der die Position der Industrie des Nordwestens auf den Weltmärkten festigen würde. Jeder stand dahinter – vom Vorsitzenden auf seinem Anwesen Tatton Park in Cheshire bis hin zu den Fabrikbesitzern aus Lancashire. Allerdings kam es zu einer gewissen Rivalität zwischen Liverpool und Manchester, was eine Veröffentlichung im Liverpool Mercury verdeutlicht, die 1825 gedruckt wurde – viele Jahre vor dem eigentlichen Bau des Kanals:
„Demütige Petition der Liverpool Corporation an die Planer des großen Schiffskanals in Manchester.
Oh, ihr Herrn der Weberzunft,
Nehmt jenes düstre Los von uns,
Auf Knien wolln wir zu euch flehn;
Es liegt uns fern zu klagen,
Den Reichtum sollt ihr haben,
Doch unsren Hafen lasst uns bitteschön.“
Liverpool, in Sachen geistreicher Witz immer ganz weit vorn, verfügte offenbar schon damals über einen ausgeprägten Sinn für Humor. Das historische Hafenviertel der Stadt ist auch heute noch so schön und lebhaft wie eh und je.
Und obwohl die traditionelle Fertigungsindustrie natürlich größtenteils nicht mehr existiert, ließen sie und ihre Erbauer, die von höheren Prinzipien geleitet wurden, die prächtigen Landschaften, wunderschönen Bauwerke und eindrucksvollen Kunst- und Kulturschätze zurück, an denen wir uns heute erfreuen können. Sie haben für uns nichts an Bedeutung verloren.
Lord Leverhulmes Wunsch ist tatsächlich in Erfüllung gegangen: Im Nordwesten Englands hat das Leben einfach mehr zu bieten.
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Location: Windermere
Location: Preston
Location: Manchester